OB Schostock kapituliert vor Schadstoffproblematik

Monat um Monat wurde die Vorstellung des neuen Luftreinhalteplans verschoben. Wer auf einen ausgefeilten Maßnahmenkatalog gehofft hatte, sieht sich nun enttäuscht. Anstelle eines effektiven Maßnahmenpakets, heißt es in der Pressemitteilung der Stadt vom 14.09. man könne nur „abwarten und hoffen“.

Das ist zynisch, meinen wir. Es werden Eckpunkte für Maßnamen präsentiert, diese jedoch im selben Atemzug für unwirksam erklärt. Als einzige, kurzfristig wirksame Maßnahme fordert Oberbürgermeister Schostok in seiner Erklärung die Einführung der Blauen Plakette auf Bundesebene – kündigt aber vorsorglich schonmal „verträgliche Ausnahmeregelungen“ an. In der Pflicht sieht er die Bundesregierung und die Automobilindustrie. In die eigenen Maßnahmen hat er wenig Vertrauen: Bis 2030 könne es dauern, bevor diese die Luftbelastung effektiv reduzieren.

Das es sehr wohl möglich ist, entschieden gegenzusteuern zeigen mittlerweile viele Großstädte in Europa. Nicht nur in Dänemark oder den Niederlanden setzt ein Umdenken ein. Auch Madrid hat nun einen „Plan A“ vorgestellt, der darauf setzt, echte Alternativen zum Auto zu schaffen. So soll nicht nur mehr Platz für Fußgänger und Radfahrer geschaffen werden, sondern auch für Anlieger, Lieferanten und natürlich den ÖPNV (mehr in der 3sat Mediathek).

Eine echte Verkehrswende kann also auf städtischer Ebene eingeleitet werden. Dazu braucht es allerdings den nötigen Mut und den politischen Willen, konsequent umzusteuern!

Wie hat sich die Schadstoffproblematik in den letzten Jahren in Hannover entwickelt?

Seit 2010 ist keine Verbesserung der Luftbelastung an den Verkehrsreichen Messstellen eingetreten. Hier die Messergebnisse der niedersächsischen Behörde: